Schifffahrt auf dem Kongo
Das Schiff besteht aus mehreren miteinander verbundenen Flössen, die in drei Reihen nebeneinander liegen und eine grosse schwimmende Plattform bilden.
Text und Bild: Erika Fässler
Für einmal habe ich mein Fahrrad eingestellt und erkunde die Republik Kongo auf einem Schiff auf dem gleichnamigen Fluss. Es handelt sich um einen Warentransporter, der vor allem Süsswasserfische, Früchte und Gemüse vom Norden des Landes nach Brazzaville und dem benachbarten Kinshasa bringt. HändlerInnen und weitere Passagiere reisen mit.
Das Schiff besteht aus mehreren miteinander verbundenen Flössen, die in drei Reihen nebeneinander liegen und eine grosse schwimmende Plattform bilden. Ich durfte mein Zelt auf einem der Flösse aufstellen.
Das Treiben auf dem Schiff war wirklich spannend. Da wurde gekocht und gegessen, Wäsche gewaschen, geduscht, es wurden Kinder gebadet, Bärte rasiert, Köpfe frisiert, Schafe und Ziegen gefüttert, Fische getrocknet oder geräuchert und vieles mehr. Alles genau so, wie wenn die Leute bei sich zu Hause wären. Es war wie ein kleines Dorf auf dem Wasser.
Auch Handel wurde dort betrieben. Immer wieder näherten sich Pirogen von beiden Ufern, um ihre Produkte anzubieten. Meist brachten sie Fische für die Märkte, manchmal aber auch Früchte, Brot, Maniok oder andere Lebensmittel für die Passagiere.
Es war faszinierend zu beobachten, wie sie mit ihren schmalen Booten am Schiff andockten und ihre Ware übergaben. Wie mühelos sie bei diesen Manövern ihr Gleichgewicht behielten! Sie bewegen sich in diesen Nussschalen auf dem Wasser, als wäre es fester Boden.